Kurt Masur

Kurt Masur ist Orchestern und Publikum als herausragender Dirigent und Humanist bekannt. Im September 2000 wurde er Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra und im September 2002 auch Musikdirektor des Pariser Orchestre National de France.

Von 1991-2002 war er Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra. Nach seiner elfjährigen Amtszeit wurde er als erster Orchesterleiter zum Musikdirektor Emeritus ernannt und war damit (nach dem verstorbenen Leonard Bernstein, der Ehrendirigent wurde) erst der zweite Musikdirektor des New York Philharmonic, der einen derartigen Ehrentitel erhielt. Das New York Philharmonic gründete ihm zu Ehren den »Kurt Masur Fund for the Orchestra«, der Dirigenten regelmäßige Debütwochen beim New York Philharmonic ermöglichen wird. Für viele Jahre war Maestro Masur Kapellmeister des Gewandhausorchesters Leipzig, eine Position mit ungeheurer historischer Bedeutung. Bei Masurs Rücktritt im Jahre 1996 ernannte ihn das Gewandhausorchester zum ersten Ehrendirigenten seiner Geschichte.

Seit 1975 ist er Professor an der Leipziger Musikhochschule. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten: 1995 das Bundesverdienstkreuz; 1996 die Gold Medal of Honour für Musik des National Arts Club; 1997 ernannte ihn die französische Regierung zum Kommandanten der Ehrenlegion und die Stadt New York zum Kulturbotschafter von New York City. Im April 1999 erhielt er das Commander Cross of Merit der Republik Polen. Im März 2002 verlieh ihm Bundespräsident Johannes Rau das Große Verdienstkreuz mit Stern. Im Juli 2004 wurde Maestro Masur vom Vorstand des Beethovenhauses, des Geburtshauses des Komponisten, in Bonn zum Vorsitzenden ernannt. Seit 1992 ist er lebenslanger Ehrengastdirigent des Israel Philharmonic Orchestra. Im September 2004 erhielt Maestro Masur die Ehrendoktorwürde des Royal College of Music und im Oktober 2004 wurde er von der Stadt Münster mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet. Außerdem ist Kurt Masur Ehrenbürger seiner Heimatstadt Brieg.

Konzertverpflichtungen mit dem London Philharmonic Orchestra umfassten im Oktober 2004 eine Deutschlandtournee durch 10 Städte sowie einen Beethovenzyklus in der Royal Festival Hall, London, und in Athen. Gastengagements bei den weltweit führenden Orchestern umfassten zwei Gedenkkonzerte für Sviatoslav Richter im März 2005 in Moskau sowie Konzerte mit dem San Francisco Symphony und dem Boston Symphony Orchestra. Er gab zudem Meisterkurse im Dirigieren an der Manhattan School of Music in New York im April 2005, beim Tanglewood Music Center Orchestra in Tanglewood im Juli 2005 sowie mit beim Orchestra Sinfonica do Sao Paulo beim Campo do Jordao Festival in Brasilien im Juli 2005.

Maestro Masur hat mit dem New York Philharmonic über dreißig Einspielungen gemacht, von denen zwei den „Record of the Year“ Preis von Stereo Review erhielten (Schostakowitschs Sinfonie Nr. 13 „Babi Yar“ und Mahlers 9. Sinfonie). Mit dem New York Philharmonic und Anne-Sophie Mutter hat er ein Grammy-nominiertes Album mit Werken von Brahms und Schumann aufgenommen und kürzlich Beethovens Violinkonzert und Violinromanzen. Kurt Masur hat mit vielen verschiedenen Orchestern über 100 Aufnahmen vorgelegt, darunter sämtliche Sinfonien von Beethoven, Brahms, Bruckner, Mendelssohn, Schumann und Tschaikowsky.

Kurt Masur, der 1927 im schlesischen Brieg geboren wurde, studierte an der Hochschule für Musik in Leipzig Klavier, Komposition und Dirigieren. In Deutschland arbeitete er danach am Landestheater in Halle, an den Opernhäusern von Erfurt und Leipzig, bei den Dresdner Philharmonikern, am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin, an der Komischen Oper Berlin und am Leipziger Gewandhaus.

Maestro Masur unterhält seit einigen Jahren eine eigene Webseite (www.kurtmasur.com), auf der man weitere Informationen über sein Leben und Werk abrufen kann.

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