
© Gert Mothes
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Gewandhausorchester Leipzig
Es ist das älteste bürgerliche Konzertorchester der Welt. Keimzelle des Orchesters war die 1743 von 16 Kaufleuten gegründete Konzertgesellschaft „Großes Concert“. Mit dem Umzug in das Messehaus der Tuchwarenhändler im Jahre 1781 erhielt das Ensemble den Namen „Gewandhausorchester“. 1884 bezog man das durch den Verkauf von Stiftungs-Anteilen errichtete neue Konzerthaus, das 1944 von Luftangriffen zerstört wurde. 1981 wurde das neue Gewandhaus am Augustusplatz eingeweiht. Wenige andere Klangkörper waren an der Entwicklung der symphonischen Musiktradition so beteiligt wie das Gewandhausorchester. Es spielte beispielsweise noch zu Lebzeiten des Komponisten sämtliche Beethoven-Symphonien, der weltweit erste Bruckner-Zyklus ist dem Orchester zu verdanken, ebenso der erste Schostakowitsch-Zyklus in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Das Gewandhausorchester zeichnet sich durch ein selten großes Repertoire-Spektrum und eine ungewöhnlich hohe Aufführungsdichte aus, was auch an seinem großen Aufgabenfeld liegt: Konzertorchester, Opernorchester der Leipziger Oper und Kammerorchester, das gemeinsam mit den weltberühmten Thomanern die Kantaten in der Thomaskirche gestaltet. Mit weit über 200 Aufführungen in diesen drei Spielstätten und auf Tournee ist das Gewandhausorchester das musikalische Zentrum der Stadt Leipzig und ihr wichtigster musikalischer Botschafter.
Einige der bedeutendsten Gewandhauskapellmeister waren Felix Mendelssohn Bartholdy, Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter. Kurt Masur (bis 1996) und Herbert Blomstedt (1998-2005) sind die Ehrendirigenten des Gewandhausorchesters. Das Gewandhausorchester unternimmt, im Gegensatz zu vielen anderen Klangkörpern, Tourneeauftritte ausschließlich mit dem Gewandhauskapellmeister. Eine Ausnahme hierzu bilden lediglich die beiden Ehrendirigenten des Orchesters, die das Orchester regelmäßig in Leipzig und auch bei Gastspielen dirigieren.
Auszeichnungen
Das Gewandhaus wurde im Mai 2009 für seine Konzertprogramme, die das Gewandhausorchester spielt, vom Deutschen Musikverleger-Verband (DMV) mit dem Preis „Bestes Programm 2008/2009" ausgezeichnet.
Unter der Leitung von Riccardo Chailly wurde das Gewandhaus-orchester für die Einspielung des Amtseinführungs-Konzertes mit dem ECHO Klassik 2006 ausgezeichnet sowie für die Aufnahmen der beiden Klavierkonzerte von Brahms mit dem Solisten Nelson Freire mit dem Diapason d’Or de L’année. Diese Aufnahme wurde für die 49. Grammy-Verleihung nominiert.
Je einen ECHO Klassik 2007 erhielten die Einspielungen der Schumann-Sinfonien 2 und 4 (arr. von Gustav Mahler) sowie die Aufnahme der Violinkonzerte von Mendelssohn und Bruch mit der Solistin Janine Jansen.
Für die Schumann-Einspielungen in der Bearbeitung von Mahler für die innovativen „Decca concerts“ wurde das Orchester zum Editor´s Choice der Zeitschrift Gramophone ernannt. „Decca Concerts“ bietet auf iTunes Livemitschnitte von Großen Concerten zum Download an.
Die Einspielung der beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms durch das Gewandhausorchester und Nelson Freire unter der Leitung von Riccardo Chailly ist mit dem Gramophone Award 2007 zur "Aufnahme des Jahres" ernannt worden und wurde Siegerin in der Kategorie "Konzert-Aufnahme".
Neueste Einspielungen
Seit Januar 2009 ist die Aufnahme von Brahms´ Violinkonzert und sein Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester mit Vadim Repin und Truls Mørk im Handel erhältlich (DG).
Im September 2009 erscheint bei DECCA eine Aufnahme mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy: Hebriden-Ouvertüre (Römische Fassung), Humboldt-Kantate, 3. Sinfonie (Londoner Fassung) sowie 3. Klavierkonzert.
Ebenfalls bei Decca erscheint im März 2010 Bachs Matthäus-Passion, im Juni desselben Jahres werden die Brandenburgischen Konzerte veröffentlicht und im September 2010 das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.
www.gewandhaus.de
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